Advent für alle Sinne

Advent für alle Sinne

Hektische Geschenkejagd, überfüllte Straßen – eigentlich soll die Adventszeit doch besinnlich sein. In den Tagen vor dem Weihnachtsfest regiert jedoch häufig der Stress. Und der resultiert dann im großen Familienkrach unterm Weihnachtsbaum. Was hilft? Vorbeugen!

Aus der vorweihnachtlichen Hetze ausbrechen, anderen die Planung überlassen und der Seele mal was gutes tun – die Adventsfahrt von Volksstimme-Reisen Anfang Dezember 2018 hat es möglich gemacht. Wie heißt es doch so schön: „Alles ist gut, wenn es aus Schokolade ist.“ Mit dieser Erkenntnis lag die britische Schauspielerin Jo Brand goldrichtig. Denn: Mit dem zarten Duft warmer Schokolade in der Nase und dem Geschmack von Kakao und anderen Aromen auf der Zunge lässt sich eine Adventswoche kaum besser beginnen.

Der ideale Ort dafür? Die Halloren-Erlebniswelt im sachsen-anhaltischen Halle. Deutschlands älteste, noch produzierende Schokoladenfabrik gewährt in dieser Zeit der Besinnlichkeit die beste Gelegenheit, Zeit für die Sinne zu haben. Geruchs- und Geschmackssinn werden ausgereizt – und im Gehirn mit Wissen verknüpft. So mancher wird sich künftig beim Genuss von Schokolade an die Olmeken erinnern, die als erste den Kakao gekannt haben. Oder daran, dass für eine Tafel Zartbitter-Schokolade bis zu 80 Kakaobohnen benötigt werden. Eine Menge also, die etwa in einer der rund 20 Zentimeter großen Kakao-Schoten wächst, deren Ernte maschinell nicht zu bewerkstelligen ist.

Viele spannende Gegebenheiten bietet eine Führung durch die Schokoladenfabrik: von der Schokoladenproduktion mit dem rund 70-stündigen Rührprozess, bis die Schokolade ihre Cremigkeit entfaltet; über die Tatsache, dass jeder Deutsche im Jahr rund zehn Kilogramm Schokolade verzehrt und Deutschland damit auf Platz 2 der Schokoladen-Genuss-Weltrangliste steht; bis hin zur Tatsache, dass die heute als Halloren-Kugel bekannte Hallenser Köstlichkeit ihren Namen den Salzsiedern verdankt, die in Halle seit dem Mittelalter das sogenannte weiße Gold abgebaut haben. Oder aber dem Fakt, dass keine Hallorenkugel im Restmüll landet. Sei sie auch noch so zermatscht und nicht mehr für den Handel geeignet. Hier hat nämlich das Schwein sprichwörtlich „Schwein“: Zermatschte Halloren-Kugeln, „die nur noch mit Mühe vom Band zu kratzen sind, und auch nicht als B-Ware taugen, gehen an die Landwirte, die das Produkt dann an die Schweine verfüttern“, erzählt eine Mitarbeiterin der Schokoladen-Erlebniswelt.

Aber keine Sorge! Wer eine solche Führung mitmacht, ist nicht aufs Zuschauen und Schokolade riechen beschränkt: Bei einer Führung darf genascht werden. Und dann stellt sich die Frage: Kann es zu viel Schokolade geben? Sattsehen ist in Halle jedenfalls nicht möglich, stellen die Volksstimme-Reisenden fest. Auch nicht in der Halloren-Erlebniswelt mit ihrem Schokoladenzimmer, das aus 1,5 Tonnen (!) Schokolade in Handarbeit kunstvoll geformt wurde.

Irgendwann kommt die Erkenntnis aber doch: Nach so viel Schokolade braucht es einen herzhaften Moment. Der liegt bei der Adventsfahrt nach Halle recht nah. Auf dem Weihnachtsmarkt der Stadt bietet sich zwischen Marienkirche und Rathaus noch mehr Zeit für die Sinne. In Bratwurst- und Glühweinduft mischen sich Geplauder und Weihnachtsmusik. Das kann auf so einem Weihnachtsmarkt, obwohl voll, doch recht entspannend sein. Schlendern, schwatzen, lachen, den Tag abseits des Alltags genießen – und unerwartet ein schönes Stück für die heimische Weihnachtsdekoration entdecken, das trägt dazu bei, die Zeit der Besinnlichkeit wieder ein Stück weit als Zeit für die Sinne zu leben.

Fehlt eigentlich nur noch etwas Gemütlichkeit. Die finden die Volksstimme-Reisenden in der Keramikscheune Spickendorf – bei leckerem Kuchen und Adventsstollen, weihnachtlichem Musikprogramm und kleinen Überraschungen. Mitsingen und schunkeln ist angesagt. Das ist Genuss für die einen. Die anderen leben ihren Genuss beim Stöbern in der Keramikscheune, die mit einem großen Angebot von Dekorationen nicht nur Inspirationen liefert, sondern manches Weihnachtsgeschenk. Die Sorge um den Transport selbiger entfällt bei dieser Adventsfahrt – schließlich bietet der gemütliche Bus auf der Heimfahrt genügend Stauraum.